Freitag, 17. Februar 2017

Verpackungen und Entsorgungen

Ob die Hersteller der Verpackungen es mit Absicht machen? Ich meine, dass etliche Verpackungen nur sehr schwer bis (fast) gar nicht geöffnet werden können, höchstens mit Gewalt? Auch finde ich oftmals kein lesbares Verbrauchsdatum auf dem künftigen „Restmüll“. Und überhaupt, sind denn so viele – und oft auch pompöse – Verpackungen eigentlich nötig? Die Verbraucher zahlen schließlich für die Verpackungen, die nach Entleerung auch noch entsorgt werden müssen. Und zwar fein säuberlich. Die Behälter dafür stehen - ebenfalls fein säuberlich - für jedes Haus zur Verfügung.

Gelb für Plastik, Braun für Biomüll, Blau für Papier, ist von Region zu Region jedoch unterschiedlich. Für Glas und Dosen gibt es dann noch Extra-Container, die oftmals ein paar gute Meter vom jeweiligen Haus entfernt sind.

So richtig „schweinisch“ finde auch ich diese Bio-Tonnen. Vor allem bei hohen Temperaturen, also meist im Sommer.

"Fliegen, viele Fliegen. Dann haben wir hier zum Beispiel Schimmel. Die Vermehrung der Bakterien, der Mikroben findet praktisch alle Naselang statt. Und hier sehen Sie Maden, die an der Zersetzung des Abfalls schon beteiligt sind." Das alles findet der Schädlingsbekämpfer in einer Tonne. "Hier spielen Kinder - es ist eine Schweinerei, einfach eine Schweinerei. Es ist zwar ein Deckel drauf, aber Kinder sind neugierig, die können daran gehen. Schädlinge, Ratten fühlen sich angezogen. Und es ist einfach eine riesige Sauerei."

War früher alles besser? Alles nicht, aber den Verpackungs- und Entsorgungswahn, den gab es ganz einfach nicht. Warum lässt sich die „Gesellschaft“ so leicht manipulieren, frage ich mich oft. Sind wir tatsächlich nur Marionetten, die, je nachdem welche Fäden gezogen werden, einfach mithampeln? Sieht so aus.
C. Araxe - 17. Feb, 20:42

Es ist doch Ihre Entscheidung, welche Produkte Sie kaufen. Also wie diese verpackt sind. Inzwischen gibt es auch schon in einigen Städten Läden, die alles komplett ohne Verpackung verkaufen. Das ist sicher die Ausnahme und nur vereinzelt vorhanden. Und was ist so schlimm daran, dass man ein paar Meter zum nächsten Altglascontainer oder so gehen muss? Eine viel größere Sauerei als den Biomüll finde ich den Grünen Punkt. Die sinnvolle Verwertung ist von großer Fragwürdigkeit. Allein das Label generiert einen Wert. In der DDR wurde wirklich alles gesammelt. Mit den Biomülltonnen hatte man da keine Probleme. Die wurden jedoch auch öfters geleert, so weit ich mich erinnere. Das Problem war dann eher in der Wohnung, aber da kann man ja selbst entscheiden, wie oft man den Biomüll entsorgt. Allgemein gab es zu DDR-Zeiten schon ein umfassendes Recycling-System. Die Verpackungen waren minimal. Auf die meisten Glasflaschen gab es Pfand und alles andere (wirklich alles andere wie beispielsweise Kronenkorken, Alufolie, Papier) konnte man bei Sammelstellen gegen Geld abliefern. Klar, das war subventioniert und lässt sich nicht so auf hiesige Verhältnisse übertragen. Naja, jedenfalls finde ich es nicht verkehrt, wenn man zumindest selbst etwas dazu beiträgt, die riesigen Müllmengen unserer Konsumgesellschaft zu reduzieren.

christa mavropoulou - 18. Feb, 10:39

Sicher ist es meine Entscheidung, was ich kaufe. Wenn ich aber an der Kasse stehe, und die Wagen-Schlangen sehe, dann springen mir die Plastikbehälter usw. quasi entgegen; aus den Wägen, den Taschen, auf dem Warentransportband …

und wenn ich nur unsere „gelben Säcke“ hier sehe, die wöchentlich abgeholt werden, könnt´ man meinen, sie sind seit Monaten nicht geholt worden. Allgemein kann also nicht sehr über diese Misere nachgedacht werden, und genau das wollte ich mit meinem Text zum Ausdruck bringen.

Ich habe schon davon gehört, dass in der DDR sehr fortschrittlich „getrennt“ wurde, das gab es bei uns damals noch nicht, soweit ich mich erinnern kann. Na ja, schaun wir mal wie es weiter geht.

"Die Wahrheit ist eine anders: Grüne-Punkt-Verpackungen in der Müllverbrennungsanlage - Alltag.

Das bestätigt auch Reinhard Kaulbarsch von der Müllverbrennung Hamburg: "Es gelangt eine große Menge vom grünen Punkt in die Müllverbrennungsanlagen." Das heißt, ein großer Teil der Müllmenge mit dem grünen Punkt wird eigentlich verbrannt? Und nicht stofflich wiederverwertet also recycelt? Reinhard Kaulbarsch: "Das ist richtig."

Und so landen die Wertstoffe mit dem grünen Punkt auf den Schlackehalden der Verbrennungsanlage. Das jämmerliche Ende der mühsamen Mülltrennung.

Hamburg ist kein Einzelfall, das weiß auch Gunnar Sohn, ein Insider. Jahrelang war er Sprecher beim Dualen System. "Ein großer Anteil der Kunststoffverpackungen, die immer so nett als Mischkunststoffe ausgewiesen werden, wird auch vernichtet. Das geht in den Hochofen."
steppenhund - 18. Feb, 12:56

Es ist alles eine Frage der Mathematik oder der Statistik :) Es gibt Personen, die sich der Problematik bewusst sind und andere, die es nicht sind. Die ersteren sind halt deutlich in der Minderzahl.
Wir gehören schon zu denen, die trennen und es gibt in Österreich sehr gute Gelegenheiten, den Müll zu trennen, ohne viel Aufwand treiben zu müssen.
Aber natürlich herrscht da noch viel Verbesserungsbedarf. Dass die Verpackungsindustrie wahre Auswüchse feiert, erfahre ich (oder erfuhr ich) durch einen Kollegen, der mit dem Problem an der Universität beschäftigt ist. Er unterrichtet Umweltmanagement. Interessant erscheint mir aber, dass das Problem in Staaten wie Russland, Georgien oder Moldavien durchaus bekannt und in Schulen angesprochen wird.
christa mavropoulou - 18. Feb, 13:26

ach, und ich glaubte, dass es in österreich gar keinen müll gibt:-)))

letzteres ist wirklich erstaunlich. schönes we wünsche ich allen gewissenhaften mülltrennern:-)

steppenhund - 18. Feb, 15:23

Wir trennen den Müll in Papier, Metall, Plastik, Restmüll und dann haben wir noch eine spezielle Entsorgung für den Sondermüll. Die nennt sich Parlament.
christa mavropoulou - 18. Feb, 16:36

ist bei uns ähnlich:-)

iGing - 18. Feb, 19:31

Mülltrennung ist in meinem Haushalt seit 25 Jahren eine Selbstverständlichkeit. Allerdings ist der Umgang, den die verantwortlichen Stellen damit pflegen, manchmal geeignet, einen an der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns zweifeln zu lassen.
So brachte es das Schicksal mit sich, dass ich eines Tages den Haushalt eines Alkoholikers aufzulösen hatte und mit etwa 400 leeren Glasflaschen im Auto beim Recyclinghof oder wie auch immer das korrekt heißt, vorfuhr und darum bat, diese nicht schubweise im blauen Korb (der einmal im Monat abgeholt wird) entsorgen zu müssen, sondern in einem Schwung hier und jetzt abgeben zu dürfen.
Ich wurde angewiesen, die Flaschen an einer Rampe in einen darunter stehenden Container zu werfen. Der Container war aber offenbar für Restmüll vorgesehen, wie man am bereits darin befindlichen Inhalt erkennen konnte. Auf meine überraschte Nachfrage bekam ich zu hören, das sei schon in Ordnung so, das würde IMMER SO GEMACHT. Auf weitere Nachfrage, warum wir denn dann die Flaschen überhaupt vom Restmüll trennen sollen: Schulterzucken.
Dasselbe habe ich von einer Frau aus einem anderen Bundesland erzählt bekommen, es ist also kein Einzelfall.
christa mavropoulou - 18. Feb, 20:04

O ja, auch ich habe davon nicht nur gehört, sondern es selbst gesehen, und ähnliche Antworten auf meine Fragen bekommen ... wie du. Ist schon irre irgendwie.

so, gleich kommt ein guter Film in 3sat, den ich unbedingt sehen möchte. Schönen Abend noch und weiterhin: Gutesmülltrennen:-)

iGing - 19. Feb, 13:24

Nur falls jem. noch einen Tipp zum Biomüll gebrauchen kann: Die Sauerei lässt sich vermeiden, wenn man Biomüll in eine dicke Lage Zeitungspapier einpackt, bevor man ihn in der Tonne versenkt - in echtes Zeitungspapier von der Tageszeitung oder manchen kostenlosen Werbezeitungen (wie die BAZ z.B.). Keine Zeitschriften oder Illustrierten, keine Prospekte!

christa mavropoulou - 19. Feb, 14:36

Mein Vermieter verlangt sogar von seinen Mietern, dass Biomüll nur in Zeitungspapier entsorgt werden darf. Die meisten hier halten sich auch daran. Bei mir muss die Regionalzeitung dran glauben, die einmal pro Woche im Briefkasten landet.

Danke für den Tipp.

KarenS

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